Schokolade ist seit Jahrhunderten ein wichtiger Bestandteil der kulinarischen Geschichte Österreichs. Einst war sie ein luxuriöses Getränk, das nur dem Adel und den Reichen vorbehalten war. Im Laufe der Jahre haben österreichische Schokoladenhersteller ihre eigene Note in diese Köstlichkeit eingebracht und die Schokolade zu etwas ganz Eigenem gemacht.
Mit einem Fokus auf natürliche Zutaten, Nachhaltigkeit und Handwerkskunst ist Schokolade in Österreich reich an Tradition und Innovation.
Geschichte des Kakaos in Österreich
Die Geschichte der Schokolade in Österreich begann im 16. Jahrhundert, als die Spanier Kakaobohnen aus Amerika nach Europa brachten.
Anfangs sah Schokolade ganz anders aus als heute. Europäer konsumierten Schokolade fast ausschließlich als Getränk, oft gewürzt mit Gewürzen wie Zimt und Vanille. Die Reichen und Adligen Österreichs nahmen dieses exotische Getränk schnell an, und es wurde bald zu einem Statussymbol der Elite. Viele österreichische Aristokraten besaßen sogar elegante Porzellan-„Schokoladenkannen“ und Schalen, die ausschließlich zum Zubereiten und Trinken von Schokolade zu Hause dienten.
Im 18. Jahrhundert war Schokolade sehr beliebt. Es dauerte nicht lange, bis man heiße Schokolade in den „Kaffeehäusern“ fand, Einrichtungen, in denen sich Menschen zum gesellschaftlichen Austausch trafen. So konnte die obere Mittelschicht heiße Schokolade genießen, während sie plauderten und sich an intellektuellen Diskussionen beteiligten.
Als Schokolade breiter verfügbar wurde, waren österreichische Chocolatiers schnell darin, eigene einzigartige Schokoladenrezepte zu entwickeln. Sie experimentierten mit verschiedenen Kakaomischungen und fügten Zutaten wie Nüsse, Früchte und Liköre hinzu, um Schokoladen zu kreieren, die dem österreichischen Geschmack entsprachen.
Die Hingabe zu Qualität und Kreativität verschaffte der österreichischen Schokolade einen Ruf für Exzellenz, der bis heute anhält.
Beliebte Schokoladen und Hersteller in Österreich
Heute beherbergt Österreich einige ikonische Schokoladenspezialitäten und renommierte Schokoladenmarken, die die Tradition der österreichischen Schokoladenexzellenz fortführen. Unternehmen wie Manner und Zotter sind sowohl im Inland als auch international für ihre hochwertigen Schokoladen und innovativen Geschmacksrichtungen bekannt.
Mozartkugel
Eines der bekanntesten österreichischen Schokoladenprodukte ist die Mozartkugel. Diese beliebten Pralinen bestehen aus Schichten von Pistazie, Marzipan und Nougat, die zu einer Kugel gerollt und mit einer dünnen Schicht Schokolade überzogen sind. Benannt nach dem Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart, ehrt der Name der Praline eine der einflussreichsten Persönlichkeiten Österreichs.
Lange Zeit wurde dem Konditor Paul Fürst die Erfindung der Mozartkugel im Jahr 1890 zugeschrieben. Um sicherzustellen, dass seine Mitarbeiter die Mozartkugeln während der Herstellung nicht naschten, verlangte Fürst, dass sie während der Arbeit pfeifen. So köstlich waren die Mozartkugeln, dass sie sogar eine Goldmedaille auf der Weltausstellung 1905 in Paris erhielten.
Nachdem jedoch ein österreichischer Historiker eine Zeitungsanzeige für Mozartkugeln aus dem Jahr 1881 entdeckte, wurden Fragen aufgeworfen. Wurden die Mozartkugeln von Fürst erfunden oder von dem Chocolatier Rudolf Baumann, der die Pralinen neun Jahre früher bewarb? Das Erbe von Fürst argumentiert, dass es damals mehrere Arten von Mozartkugeln gab, aber Fürst die heute berühmte Version mit Pistazie, Marzipan und Nougat kreierte.
Obwohl Fürst das Urheberrecht an der „originalen Salzburger Mozartkugel“ hält, behauptet das Erbe Baumanns, dass Baumann der ursprüngliche Schöpfer der beliebten österreichischen Spezialität ist. So oder so sind diese Pralinen ein ikonisches Markenzeichen der kulinarischen Geschichte Österreichs.
Zotter Schokolade
Zotter Schokolade ist ein weltweit bekannter österreichischer Schokoladenhersteller, der sich auf Bio- und Fair-Trade-Bean-to-Bar-Schokolade spezialisiert hat. Mit Sitz in Riegersburg ist Zotter ein Familienunternehmen, das 1999 von Josef Zotter gegründet wurde und heute von seiner Frau Ulrike Zotter geleitet wird.
Im Jahr 2001 begann Zotter, in kakaoproduzierende Länder zu reisen und Kakaobauern durch Entwicklungsprojekte zur Bekämpfung von Armut und Abholzung zu unterstützen. Einige Jahre später wurde Zotter Fair-Trade-zertifiziert und begann, Kakao direkt von den Bauern zu kaufen, wodurch es zum ersten unabhängigen Bio-Bean-to-Bar-Schokoladenproduzenten Europas wurde.
Alle Schokoladen von Zotter werden in der eigenen Fabrik hergestellt. Die Fabrik verfügt über ein Schokoladentheater, in dem Besucher aus erster Hand erleben können, wie Schokolade hergestellt wird (und natürlich auch probieren können).
Besucher können auch den essbaren Zoo von Zotter besuchen, einen Abenteuerbauernhof, der einheimische und regionale Früchte und Gemüse anbaut und zubereitet, damit Besucher diese genießen können.
Was die Zukunft bringt
Während die weltweite Nachfrage nach Schokolade weiter wächst, stellen volatile Kakaomarktpreise, globale Kakaoknappheiten und unvorhersehbare Wetterbedingungen allesamt Bedrohungen für die Schokoladenindustrie dar.
Unternehmen wie Zotter tragen dazu bei, eine Zukunft für die österreichische Schokoladenindustrie zu schaffen, die Bauern, Umwelt und Qualität in den Vordergrund stellt. Glücklicherweise sind sie nicht allein. Österreichische Schokoladenfirmen wie Schokov und Aherz Bean-to-Bar Schokolade & Kakao spezialisieren sich auf ethisch und nachhaltig bezogene Schokolade. Gemeinsam helfen solche Unternehmen, die Zukunft der Schokolade widerstandsfähiger und besser für Mensch und Umwelt zu gestalten.
In Österreich stehen Qualität, Können und Innovation bei Schokolade an erster Stelle. Für die Zukunft scheint nachhaltig und ethisch produzierte Schokolade das nächste große Thema für österreichische Schokoladenhersteller zu sein.
